Einmal nur, in der Saison 2016/17, hatten sie in den vergangenen acht Jahren gepatzt. Vor vier Jahren war die AS Monaco französischer Meister geworden, ansonsten hatte am Ende stets der großzügig alimentierte Klub aus der Hauptstadt triumphiert.
PSG war Meister, war Nummer eins, war Langeweile. Bis zu diesem Jahr, in dem der OSC Lille Titelverteidiger Paris Saint-Germain eindrucksvoll stoppte und sich erstmals seit zehn Jahren wieder zum französischen Fußballmeister krönte.
Ein überraschender Erfolg, der auf einer hervorragenden Defensivarbeit fußt. Die Mannschaft ließ in den 38 Spielen nur 23 Gegentore zu - einer der besten Werte in der gesamten Geschichte der Ligue 1.
Die „Doggen“ gewannen zum Saisonfinale beim SCO Angers 2:1 (2:0) und lagen damit nach dem 38. Spieltag einen Punkt vorn. Die Tore für die Meistermannschaft von Trainer Christophe Galtier, der die Mannschaft 2017 auf einem Abstiegsplatz übernommen hatte, erzielten Jonathan David (10. Minute) nach perfektem Pass des früheren Bayern-Profis Renato Sanches und Burak Yilmaz per Foulelfmeter (45.+1).
Neymar schießt neben das Tor
So nutzte den Parisern auch das 2:0 (1:0) beim Absteiger Stade Brest im Schlussspurt nichts mehr – durch ein Eigentor von Romain Faivre (37.) und Weltmeister Kylian Mbappé (71.). Vor der Pause schoss Brasiliens Superstar Neymar einen Foulelfmeter neben das Tor (19.).
Nach dem bereits besiegelten Abstieg von Olympique Nîmes und FCO Dijon muss Brest nun als 18. in die Abstiegsrelegation.
Trainer Niko Kovac und Nationalmannschaftsrückkehrer Kevin Volland landeten mit der AS Monaco (78) nach einer starken Saison als Dritter in der Qualifikation für die Königsklasse. Dafür reichte den Monegassen ein 0:0 bei RC Lens.
Dabei profitierte die Kovac-Elf vom Patzer der Konkurrenz aus Lyon. Olympique führte zweimal gegen Nizza, verlor am Ende aber mit 2:3 und muss als Tabellenvierter wie Marseille (Platz fünf) in die Europa League.
Für die kommende Saison in der Königsklasse wird von Lille (wieder einmal) nicht viel erwartet. Allerdings dürfte auch die Wiederholung des Wunders in der nationalen Liga schlichtweg unmöglich sein. Die Nordfranzosen, die im Winter gerade so noch um die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens herumkamen, plagen finanzielle Schwierigkeiten.
Der neue Eigentümer, ein Investmentfonds, fährt einen rigiden Sparkurs. Der Klub droht seine Leistungsträger zu verlieren. Insofern ist der Titel womöglich auch ein letzter Abschiedsgruß aus der Spitzengruppe. Zukünftig will der Klub verstärkt auf die eigene Nachwuchsabteilung setzen.
https://ift.tt/2RG7HQR
Sport
Bagikan Berita Ini
0 Response to "Ligue 1: Lille durchbricht die PSG-Monotonie – nun droht der Zerfall - WELT"
Post a Comment